leonard17

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung des Lebens bei Mann und Frau?

Hier ein wunderbarer Artikel von Albert Karaman, über den Unterschied der Wahrnehmung dessen, was im Leben passiert, beim Mann und bei der Frau – und wie es sich auf deren Entwicklung auswirkt:

Erst nach dem ersten Jahr gemeinsamen Lebens mit meiner Ex-Frau, fing ich an, zu ahnen, dass der Unterschied zwischen uns sich nicht nur durch äußerliche Unterschiede, Erziehung und persönliche Vorlieben zeigt.

Das vielleicht erste, was mich verwundert hat, war die Art, wie meine Frau das in ihrem Leben vor sich Gehende wahrnahm. Ein Beispiel: abends teilte sie mit mir, was sie am Tag erlebt hatte. Ihre Erzählung konnte eine ganze Stunde dauern. In ihr war eine Vielzahl an Details, verschachtelten Geschichten, Gefühlen und Erfahrungen. Und das alles, obwohl die Ereignisse des Tages vollkommen alltäglich waren, nichts Besonderes. Als dann die Reihe an mir war, gab ich einige wenige Sätze von mir über bestimmte, für mich wichtige Ereignisse. Und damit war meine Erzählung beendet. Und das, obwohl ich wirklich den Wunsch hatte, mich mitzuteilen. Wenn meine Frau dann suggestive Fragen über meine Gefühle in

Verbindung mit dem Erlebten stellte, war ich zu blöd um darauf zu antworten, ich verstand nicht einmal, was von mir verlangt wurde. Nach dem Motto: Welche Gefühle kann es hier schon geben?

Am Anfang unserer Beziehung veranlasste dieser Umstand meine Frau zu der Vermutung, ich wäre unaufrichtig. Selbst ich, unsere verschiedenen Erzählungen vergleichend, war mir da nicht mehr so sicher. Besonders angesichts der Tatsache, dass ich eigentlich fließend philosophische Kategorien beherrschte und überhaupt eigentlich dazu geneigt war, sich Gedanken zu machen. Ich machte es mir dann zur Aufgabe, diese Frage zu untersuchen und mit der Zeit wurde mir klar, wie

unterschiedlich wir das Geschehene wahrnehmen. In meinem Fokus waren nur meine Ziele. Und meine männliche Art, die Situation zu sehen, führte zu einigen möglichen Schlussfolgerungen:

-Das Ziel wurde erreicht

Das Ziel wurde nicht erreicht

Das Ziel wurde noch nicht erreicht

Am Übrigen blieb meine Aufmerksamkeit nicht hängen, es erschien mir nicht von besonderer Bedeutung. Während ich den abendlichen Erzählungen meiner Frau zuhörte, war ich gezwungen zuzugeben, dass meine Art, die Welt zu sehen, ziemlich engstirnig und primitiv war. Meiner Frau gegenüber habe ich das natürlich nicht zugegeben. Ich bin schließlich ein Mann.

Der große Unterschied Im Geheimein untersuchte ich nun ihr Model der Wahrnehmung, während ich gleichzeitig die Modelle anderer Leute beobachtete und verglich. Es stellte sich heraus, dass der Großteil aller Frauen mehr oder weniger auf ähnliche Weise Informationen wahrnimmt. Und dass diese

Wahrnehmung eine Menge Vorteile hat. Zum Beispiel die Aufmerksamkeit für Details, der Reichtum an Eindrücken, sowie die Sensibilität gegenüber dem inneren Zustand – sowohl dem eigenen als auch dem von Fremden.

Doch damit nicht genug. Mit der Zeit bemerkte ich immer mehr „weibliche Ticks“, bevor ich nicht den großen Unterschied zwischen Mann und Frau identifizierte - zudem, in einem Großteil der Fälle, nicht zum Vorteil für den Mann.Überhaupt ist der Unterschied in Grad und Geschwindigkeit der Entwicklung bei Mann und Frau sehr gut wahrnehmbar, wenn man das Verhalten von Kindern beobachtet: So sind Jungen, im Vergleich zu gleichaltrigen Mädchen, primitive, nicht Multitasking-fähige, Wesen. Und das Schlimmste daran – die Situation ändert sich nicht mit dem Älterwerden. Der Mann kann diesen Zustand nur mit bewussten Anstrengungen verändern. Frauen jedoch fangen mit ca. 25 Jahren an, Männern gegenüber eine nachsichtige und geduldige Haltung einzunehmen, sie als zwar definitiv nützliche, jedoch ein wenig zurückgebliebene Wesen anzusehen, vergleichbar mit einem „großen Kind“. Dies sagen sie den Männern natürlich nicht, wenn man sich jedoch von den männlichen Vorurteilen löst und ihr Verhalten beobachtet, fällt es einem wie Schuppen von den Augen.

Wenn ein Mann nun den Entschluss fasst, diese Frage zu untersuchen, wird er gezwungen sein, zuzugeben, dass die Frau jeden Grund hat, sich so zu verhalten. Nach meinen Beobachtungen gibt es beim Mann bis zu einem Alter von 30 Jahren wenig Chancen, die Frau mit der er in einer Beziehung ist, in ihrer Entwicklung einzuholen. Und in den meisten Fällen, wenn der Mann meint, er wäre weiter entwickelt, dann nur, weil er die Frau mit dem männlichen Lineal misst und deshalb nicht das offensichtliche sieht – dass der Frau von Anfang an mehr gegeben wurde. Verschiedene Arten der Wahrnehmung und geistige Entwicklung Worin besteht nun genau der Unterschied in der Wahrnehmung?

Er drückt sich folgendermaßen aus: Der Mann analysiert die eingehende Information zuerst, teilt sie in verschiedene Kategorien ein, versteht sie und erst dann, wenn er damit einverstanden ist, lässt er sie für sich zu. Wobei von der ursprünglichen Information nach der männlichen Verarbeitung meistens nur Bruchstücke übrigbleiben. Und verstehen Sie diese Frage genau: Information – das sind nicht nur Gedanken, die wir mit Worten weitergeben, sondern auch Zustand, Gefühle, Empfindungen und Fertigkeiten. Die Frau, im Gegenteil, lässt die Information zuerst durch sich hindurchfließen und erst dann, wenn sie einen Grund hat, sie im Gespräch mit jemandem zu teilen, versteht sie sie. Der Unterschied zwischen diesen Prozessen ist kolossal und gibt der Frau in den ersten Jahrzehnten des Lebens einen großen Vorteil gegenüber dem Mann. Sie eignet sich die Information praktisch sofort an und setzt sie in Fertigkeiten und Erfahrungen um, während sie begleitende Umstände durchlebt. Der Prozess, die eingehenden Informationen zu analysieren und ihnen eine gewisse Struktur zu geben, ist für die Frau anfangs von keinerlei Interesse. Erst später, im Kontext der Kommunikation mit dem Mann, bekommt dieser Prozess eine Bedeutung - und nur in dem Sinne, um in einen neuen Zustand einzutauchen oder den Gesprächspartner besser zu verstehen zu können. Rein intellektuelle Prozesse, basierend auf irgendwelchen Abstraktionen, empfindet die Frau als vollkommen leblos, keine Erfahrung mit sich bringend und deshalb ermüdend und langweilig. Dies ist einer der Gründe, weshalb bei Männern der falsche Eindruck über die eigene Entwicklung Frauen gegenüber entsteht. Er versucht zum Beispiel, im Gespräch mit ihr, ihr Weltbild durch philosophische Kategorien zu enthüllen. Der Frau jedoch ist dieser Weg, die eigene Sicht auszudrücken, fremd. Überhaupt wirkt sich jedes Gespräch ohne greifbare Zustände, ohne hörbare oder sichtbare Bilder, schlecht auf sie aus. Wenn die Frau sich überwiegend abstrakt ausdrückt, ist es als würde sie ihre Weiblichkeit vor unseren Augen verlieren. Der Großteil der Frauen ist sich gefühlsmäßig dessen bewusst und vermeidet es daher um jeden Preis.Da die Frau nun Informationen erlebt, statt darüber nachzudenken, kommt es, dass sie mit 25 Jahren um ein Vielfaches erfahrener ist als der Mann. So gut wie in allen Belangen. Der Mann ist in diesem Alter neben ihr wie ein unreifer Teenager. Er ist sich sicher, dass er mehr weiß als die Frau – schließlich kann sie nicht auf seine kniffligen philosophischen Fragen antworten. Wenn es jedoch zu einer konkreten Lebenssituation kommt, wird klar, dass die Frau in der Lage ist, direkt zu handeln, ohne sich auf irgendeine Philosophie stützen zu müssen, während der Mann immer noch über das Vorgefallene nachdenkt und sich zu keiner bestimmten Handlung entschließen kann. Haben Sie je von Frauen gehört, die irgendwelche philosophischen oder psychologischen Theorien erschaffen hätten? Oder vielleicht geistliche Lehren und Religionen? Ich denke, dass kaum einer so eine Frau kennt. Ebenso ist es kein Geheimnis, dass in den Entstehungslinien der meisten spirituellen Lehren keine Frauen vorkommen. Wenn Sie sich jedoch die Teilnehmer verschiedener, die persönliche Entwicklung fördernder, Lektionen und Trainings ansehen, so werden Sie feststellen, dass der größere Anteil derselben fast immer aus Frauen besteht – vor allem wenn der Lehrer, bzw. Trainer ein gewisses Charisma besitzt.

Dazu kommt, dass fast alle Frauen sofort in der Lage sind, die praktischen Übungen problemlos durchzuführen. Und auch hier ist der Grund derselbe: Die Frau zieht es vor, den Zustand durch sich hindurch fließen zu lassen. Theoretische Konzepte sind für sie zweitrangig. Wie ist das nun beim Mann? Nun, der Mann bremst sich in seiner Entwicklung selbst aus, solange er kein klares Weltbild erstellt hat, in dessen Rahmen er handeln wird, seine Ziele und Neigungen klar definierend. Deshalb sind für den Mann Autoritäten und Theorien, mit deren Hilfe er sein Weltbild erstellen kann, so wichtig. Dies hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Nachteil besteht darin, dass er am Anfang seiner Entwicklung externe Unterstützung benötigt – er stützt sich kaum auf seinen inneren Kern, seine Seele. Der Vorteil ist, dass diese externe Unterstützung ihm ein höheres Ideal und eine gewisse Vorstellung vom Weg dahin geben kann. Wie ich schon vorher geschrieben habe, analysiert und überdenkt der Mann zuerst das Erlebte. Aus diesem Grund richtet sich seine Aufmerksamkeit immer auf äußerliche Objekte, in denen er jedoch das Gefühl für sich selbst verliert. Im Kern der männlichen Wahrnehmung steht das Gefühl der Minderwertigkeit, eine unbestimmte Suche. Und genau das macht die Sache so komisch, dass dieses Gefühl der der Minderwertigkeit den Mann zum hauptsächlichen Bindeglied der menschlichen Evolution macht. Denken Sie mal darüber nach. Für die Frau sind dagegen äußerliche Objekte nicht wichtig. Für sie sind die persönlichen Eindrücke von diesen Dingen von Bedeutung. Wir erinnern uns: Zuerst lässt sie die Information durch sich hindurchfließen. Und darin gleicht sie einem Gefäß, in das die Welt verschiedene Flüssigkeiten gießt, auf den Wänden des Gefäßes immer neue Geschmacksrichtungen hinterlassend. Sie gründet sich auf der Wahrnehmung der eigenen Vollkommenheit und empfindet keinen inneren Mangel. Sie hat es nicht nötig, das eigene Zentrum zu verlassen, woraus folgt, dass ihr innerer Kern stärker ist als der beim Mann. Gibt es in dieser Position überhaupt einen Nachteil? Ja – genau einen: Die Frau glaubt tief innen nicht daran, dass sie es nötig hat, sich zu ändern. Das Gefühl der eigenen Vollkommenheit beraubt sie der Motivation zu geistigen Heldentaten. Das ist jedoch der einzige Nachteil. Und was noch viel interessanter ist: Im großen und ganzen hat sie diese geistige Heldentat auch überhaupt nicht nötig. Diese kann der Mann vollbringen, den sie vollkommen, wie sich selbst,annimmt. Das wird genügen, um von ihm alles zu bekommen, was er nur durch große Anstrengungen erreicht hat – was im Übrigen für sie nicht einfach ist, wenn man in Betracht zieht, dass sie mittlerweile dem Mann gegenüber eine nachsichtige und geduldige Beziehung etabliert hat. Deshalb wird eine weise Frau in ihrer Ehe ihren Mann auf jede erdenkliche Weise zum Wachstum inspirieren. Ihre Aufgabe ist es, ihn auf ihre Ebene zu heben. Danach sind alle seine weiteren Errungenschaften auch die ihren. Nun steht der Mann aber auch in der Pflicht, die weibliche Art, Informationen wahrzunehmen, zu meistern – sich auf männliche Qualitäten stützend. Für ihn könnte es keine kompliziertere Aufgabe geben. Das Leben ohne eigene Einmischungen (in Form von ständigem Nachdenken und Bewerten) anzunehmen, kommt dem Mann wie ein innerlicher Selbstmord vor.

Der Philosoph René Descartes sagte treffend: „Ich denke, also bin ich.“Das ist eine sehr männliche Ausdrucksweise. Für den Mann kommt der Verlust seines Urteils, seiner Ansicht, dem Verlust seines eigenen Wesens oder seines Ichs gleich. Und das ist schrecklich. Es können Jahre seines geistigen Weges verstreichen, um zu diesem Schritt zu kommen. Wenn der Mann beginnt, geistige Praktiken, oder zum Beispiel die Geheimnisse der Kampfkünste, zu analysieren, so versteht er, dass ein Großteil von ihnen einen „weiblichen Charakter“ haben. Urteilen Sie selbst: Annehmen ohne Gegenwehr, die Kraft des Angreifers gegen ihn verwenden, Härte mit Sanftheit begegnen, leer, biegsam, nachgiebig und leicht sein. PS: Natürlich, in unserer seltsamen Zeit haben sich männliche und weibliche Qualitäten vermischt und drücken sich nicht immer so klar aus, wie von mir beschrieben. Männer und Frauen tauschen heutzutage oft die Rollen. Nichtsdestotrotz kann der Mensch sich nicht vor den ursprünglichen Parametern verstecken, die sich in Form des männlichen und weiblichen Körpers, die beide so unterschiedlich funktionieren, ausdrücken. Zum Beispiel unterscheidet sich die Arbeit ihrer beider hormonellen Systeme sehr. Und dies legt die Unterschiede ihrer psychischen Neigungen fest. Selbst unsere Instinkte drücken sich auf unterschiedliche Weise aus. Daher sollte jeder, der unsere Unterschiede für zu weit hergeholt hält, sich besser eingehend mit dieser Frage befassen. Und Unterschiede gibt es viel mehr als ich in diesem Beitrag angesprochen habe. Ich habe nur die Spitze des Eisbergs berührt.

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